Eine Predigt von S.E. Bischof Anba Gabriel am Karmontag 10.04.2017 in der Jugendpascha

anba gabriel g

In den letzten Tagen vor Seiner Kreuzigung hat Jesus etwas sehr Wichtiges getan: Gebetet. Er hat viel gebetet. Braucht das Jesus? Hat Er das nötig? Nein, Er braucht es nicht, Er ist Gott! Der Vater ist in Ihm und Er ist im Vater. Aber Er hat es als Mensch getan. Jesus ist vollkommen in Seiner Gottheit und Er ist vollkommen in Seiner Menschheit. Er hat als Mensch gebetet und die anderen Menschen in Ihm dabei mitgenommen. Er hat für uns gebetet, um uns in Sein Herz einzuschließen. Er hat es auch getan, damit er uns lehrt, wie wir beten sollen.

Jesus war auch immer wachsam! Von den Jüngern waren vor allem Petrus, Jakobus und Johannes in den letzten Tagen sehr oft mit Ihm und Er sagte ihnen oft: Seid wachsam! Betet! Wacht für eine Stunde, um mit mir zu beten.

Das Gleiche sagt Er auch zu uns. So wie wir manchmal in der Kirche sind und alles andere tun als zu beten. Und du meinst trotzdem: „Doch, ich bete", aber Gott antwortet und sagt dir: „Ja du betest, aber wo ist dein Herz dabei? Wo ist dein Herz, wenn du in der Kirche stehst? Wo ist dein Herz, wenn du zu mir redest?"

Im Gleichnis vom Hausherrn und seinem Haus stellt dieses Haus deinen Körper, deinen Geist, dein Leben dar. Du hast nur eine Chance - dieses Leben! Wer dir sagt, du hättest noch eine Chance nach dem Tod, lügt dich an! Glaube ihm nicht. Nach dem Tod gibt es keine Chance mehr! Wenn der Hausherr kommt, soll er euch nicht schlafend antreffen. Wenn der Herr des Hauses kommt und nach der Verantwortung für dieses Leben fragt, kannst du Ihm nicht sagen: „Warte noch! Ich bin doch noch so jung. Ich habe noch so viel Zeit vor mir." Nein, das geht nicht! Es gibt keine Verzögerung.

Die Märtyrer, die gestern in den Kirchen heimgefahren sind, sind vorbereitet gegangen. Fastend, betend, in der Spitze der Fastenzeit - in der Karwoche sind sie heimgegangen. Es waren auch junge Menschen unter ihnen dabei und sehr junge Diakone. Glückselig sind jene, die vorbereitet gehen! Glückselig sind die, die der Hausherr wachsam findet! Wir wissen nämlich nicht, wann er kommt. Wir kennen weder die Stunde noch den Tag. Wir wissen nicht, ob er am Abend, am Morgen, zu Mitternacht oder beim Hahnenschrei kommt.

Jesus hat gebetet, damit wir beten! Das Gebet ist die Lösung und die Erlösung. Es ist die Lösung für alles. Oft stehen wir vor vielen Problemen, Trauer oder Depression und gehen meist zu anderen Menschen, um sie um Hilfe zu bitten. Aber egal zu wem wir gehen, wir finden keinen Trost. Die Lösung liegt im Gebet. Seid also wachsam! Das lehrt uns auch die Kirche. So wie wir in der Nacht der Apokalypse am Lichtsamstag die ganze Nacht wach bleiben und in der Kirche verbringen, um zu beten. Als würden wir Gott sagen: „Gott, wir sind wachsam! Wir sind wachsam in unseren Gebeten zu Dir. Bitte bleib mit uns! Segne uns! Sei mit uns, wie Du mit Petrus, Jakobus und Johannes warst!"

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