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DIE HEILIGE GROSSE FASTENZEIT

Heuer dauert die große Fastenzeit vom 8. Februar 2010 bis einschließlich 3. April. 2010 (inkl. Karwoche). Möge es eine gesegnete Fastenzeit werden. Nun aber einige Anmerkungen zum Fasten:

Die Lesungen des Großen Fastens

 

Warum fasten wir?

 

 

 

 

 1. Das Reich Gottes

 Die Große Fastenzeit

 2. Die Versuchung

 Verordnet ein heiliges Fasten!

 3. Der Verlorene Sohn

 Alle Propheten haben gefastet

 4. Die Samariterin

 

Fasten ist nicht nur ein gottgegebenes Gesetz; es ist eine Gabe

 

 5. Der Gelähmte

 Fasten muss mit Umkehr und Reue verbunden sein

 6. Der Blindgeborene

 Fasten muss mit Gebet verbunden sein

 7. Palmsonntag

 Fasten soll mit Almosengeben verbunden sein

 

 Fastenzeit ist Zeit der Demut und Unterwerfung vor Gott

 In Ruhe und Abgeschiedenheit Gottes Gegenwart erfahren 

 So beschreibt der Prophet Jesaia das Gott genehme Fasten

 

Die Lesungen des Großen Fastens

 

1. Das Reich Gottes:

Sie nimmt uns mit zu den wahren Schätzen, bei denen unser Herz immer sein sollte. Gott, unser Vater, gibt uns guten Rat, damit wir frei sind von Unruhe und seelischen Plagen, die mit irdischen Schätzen verbunden sind: „Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Motten und Wurm sie verzehren und wo Diebe einbrechen und stehlen“ (Mt 6, 19), „Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen, dann wird euch alles andere dazugegeben“ (Mt 6, 33)

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2. Die Versuchung:

Wir begegnen am zweiten Fastensonntag Christus, dem Sieger über den Satan. Alle Gedanken des Unglaubens stammen von Satan: „Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.“ (Mt 4,10)

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3. Der verlorene Sohn:

An den folgenden Sonntagen gibt uns die Kirche weitere Beispiele von Umkehr. Sie zeigt am Gleichnis vom verlorenen Sohn die furchterregende Macht der Sünde gegenüber dem Vater.

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4. Die Samariterin:

Die Gefahren der Wiederholung einer Sünde werden am Beispiel der Samariterin gezeigt sowie der Weg zum lebendigen Wasser.

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5. Der Gelähmte:

Am fünften Sonntag erklärt sie uns die Machtlosigkeit des alten Menschen gegenüber der Sünde. 38 Jahre blieb der Gelähmte neben der Quelle der Heilung, bis Christus ihn fand.

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6. Der Blindgeborene:

Der sechste Sonntag zeigt am Beispiel des Blindgeborenen die durch die Erbsünde verdorbene Natur des Menschen.

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7. Palmsonntag:

Am siebten Sonntag, dem Palmsonntag, ziehen wir mit Christus in die heilige Stadt mit dem Ruf „Hosianna dem Sohn Davids“.

Das Fasten endet mit der Karwoche, in der wir Christus in seinen letzten Stunden auf Erden begleiten. Der Ostersonntag offenbart uns die Herrlichkeit der Auferstehung, in der die Schande des Kreuzes überwunden ist. (Wegen den ungewöhnlich langen Lesungen in der Karwoche, von Palmsonntag bis Ostersonntag, hat diese Woche ein eigenes Pascha- Buch.)

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Oft stellt sich die Frage: Warum fasten wir?

Die Große Fastenzeit:

Die Kirche gibt dem langen Fasten vor dem Auferstehungsfest dem Namen Großes Heiliges Fasten, nicht weil es mit 55 Tagen die längste Fastenzeit des Jahres ist, auch nicht, weil es mit dem höchsten Fest des Christentums beendet wird, sondern weil der Herr vor dem Beginn seines Erlösungsdienstes für uns fastete.

Die Zeit von 55 Tagen umfasst die 40 Tage, die Christus fastete, die Karwoche, die früher eine eigene Fastenzeit war, als die Christen das vierzigtägige Fasten nach dem Tauffest Christi Beispiel folgend einhielten. Dazu zählt eine Woche für die Samstage und Sonntage der Fastenzeit, weil für diese keine Enthaltsamkeit geboten ist.

Fasten heißt Enthaltsamkeit vom Essen für gewisse Zeit und Ausklammern von Speisen, die tierische Fette und Produkte enthalten. Das gilt an allen Tagen des großen Fastens. In den übrigen Fastenzeiten darf außer am Mittwoch und Freitag Fisch gegessen werden, was für jeden Mittwoch und Freitag des Jahres gilt, ausgenommen die Zeit von Ostersonntag bis zum Pfingstsonntag, es sei denn Weihnachten oder das Tauffest fallen auf einen Mittwoch oder Freitag.

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Verordnet ein heiliges Fasten:

Die Fastentage sind keine gewöhnlichen Tage; sie sind heilig für den Herrn. Obwohl alle unsere Tage heilig sind und wir immer rein vor dem Herrn stehen sollen, bestimmte der Herr Tage im Jahr, die besondere Heiligkeit haben. An diesen Tagen leben wir mit größerer Beachtung der Regeln und gewinnen viel geistigen Nutzen. So heiligte Gott den Sabbat und erwähnt ihn in den zehn Geboten; er erklärte die Feste zu heiligen Tagen, an denen wir Opfer bringen und uns mit dem Herrn freuen sollen. In diesem Sinn ist die Fastenzeit heilig und ein Fest wie Joel sagt: „Ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus.“ (Joel 2,15)

Heilig durch den Heiligen Geist, und das heißt, in dieser Zeit werden wir vom Heiligen Geist erfüllt und dürfen sein Werk in uns nicht durch weltliche tote Werke hindern.
Sünden in dieser Zeit wiegen schwerer, weil sie das heilige Werk des Fastens nicht achten. Wer das Heilige Fasten vernachlässigt, d. h. ohne Bedenken leicht nimmt, wird es schwer haben, in den übrigen Zeiten des Jahres geistig ausgerichtet zu leben.

Der Verzicht auf Essen und Trinken ist ein wichtiger Faktor beim Fasten. Aber jeder Mensch muss nach seinem geistigen Niveau, seiner Gesundheit und seinen Lebensumständen fasten. Ein Laie kann nicht wie ein Mönch fasten. Die Kirche lässt uns die Begrenzung der Zeiten von Enthaltsamkeit frei. Jeder soll mit seinem Beichtvater die für ihn nützliche und mögliche Zeit abstimmen. In den allgemeinen Fastenzeiten enthalten wir uns vom Essen und Trinken von Mitternacht bis drei Uhr nachmittags (der neunten Stunde der Agpeya), im Großen Fasten von Mitternacht bis zum Sonnenuntergang.

Der Mensch, der viel ans Essen denkt und seinen Sinn auf den Leib konzentriert, wird viel Hunger empfinden. Aber der, der sich geistig beschäftigt, fühlt den Hunger nicht so schnell. Wenn der Geist satt ist, kann er den Leib tragen und das Essen vergessen lassen. Wir vergessen oft das Essen, wenn wir sehr beschäftigt sind. Unsere Sinne sind auf etwas anderes konzentriert, ohne dass wir bewusst das Essen vergessen wollen. Der Psalm sagt: „Ich will dich rühmen mein Leben lang, in deinem Namen die Hände erheben. Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele.“ (Ps 63, 5- 6)

Aber das Empfinden von Hunger ist auch ein wichtiger Faktor. Es heißt vom Herrn, dass er fastete und am Ende hungerte. Der Apostel Petrus hungerte; es heißt: ”Da wurde er hungrig und wollte essen.” (Apg 10, 10) Im Hunger empfindet der Mensch seine Schwäche, dann bläst er sich nicht auf, sondern wird demütig. Unser freiwilliges Fasten gibt uns ein Gefühl für die, die aus Not hungern, und es lehrt uns zu teilen.

Fasten des Leibes allein genügt nicht; auch der Geist muss fasten. Das Denken soll sich von schlechten Gedanken enthalten, das Herz von falschen Gefühlen, die Zunge von bösen Worten. Fasten ohne geistige Wachsamkeit ist bloßes Hungern, schwer und belastend. Vom ihm ernten wir keine geistigen Früchte. Deshalb müssen geistige Übungen das Fasten begleiten: Bibellesungen, Zeiten des Gebets, Lernen von Gesängen, sehr bewusstes Feiern der Liturgie, Beichten...

Die Tage des Fastens sind die heiligsten Tage des Jahres; sie sind erfüllt von Geistigkeit. Fastenzeit ist Zeit der Ernte und des Speicherns für das ganze Jahr. Der geistige Erfolg, den wir in dieser Zeit erringen, bleibt weiter in uns auch nach dem Fasten. Wir wollen fasten voller Reue und Demut und in die Hand des Herrn fallen, weil seine Barmherzigkeit groß ist. Er ist es, der uns die Freude des Sieges schenkt. Fasten ist Gebot und Gabe.Fasten ist das erste Gebot Gottes an den Menschen: „Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, nur vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen.“ (Gen 2, 16- 17) Der heilige Johannes Chrysostomos sagt: Als unser Gott den ersten Menschen schuf, gab er ihm das Fasten, damit es ihn leiten sollte. Hätte der Mensch dieser Stimme gehorcht, hätte er nie gehört: „Denn Staub bist du, zum Staub musst du zurück.“ (Gen 3,19)

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Alle Propheten haben gefastet:

Moses fastete vierzig Tage auf dem Berg Sinai: „Moses blieb dort beim Herrn vierzig Tage und vierzig Nächte. Er aß kein Brot und trank kein Wasser.“ (Ex 34, 28) David fastete viel, er sagte: „Mir wanken die Knie vom Fasten, mein Leib nimmt ab und wird mager.“ (Ps 109, 24) Nehemia suchte den Herrn im Fasten: „Als ich diese Nachricht hörte, setzte ich mich nieder und weinte. Ich trauerte tagelang, fastete und betete zu dem Gott des Himmels.“ (Neh 1, 4)

Auch das ganze Volk Israel fastete viele Male und wandte sich damit Rettung suchend an den Herrn (1. Sam 7). Ein gutes Beispiel für Fasten ist Königin Ester. Sie rettete damit sich und ihr ganzes Volk (Est 4, 3). Im Neuen Testament sehen wir, dass der Herr selbst fastete und in der Bergpredigt sagte: „Du aber salbe dein Haar, wenn du fastest, und wasche dein Gesicht, damit die Leute nicht merken, dass du fastest.“ (Mt 6, 17) Als die Pharisäer Jesus fragten, warum seine Jünger nicht fasteten, sagte er zu ihnen: „Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam genommen sein; an jenem Tag werden sie fasten.“ (Mk 2, 20) Das Fasten der Apostel wird in der Heiligen Schrift viele Male erwähnt (Apg 14, 23, - 13, 23, - 27, 9. 2. Kor 6, 5, 2. Kor 11).

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Fasten ist nicht nur ein gottgegebenes Gesetz; es ist eine Gabe:

Fasten ist nicht nur eine Prüfung unseres Gehorsams; Gott rät uns nur zu unserem Nutzen, was für unser irdisches und ewiges Leben nützlich ist. Gott weiß, dass wir das Fasten brauchen zum geistigen Wachsen und zur Ausrichtung auf ihn hin im geistigen Leben. Denn Fasten ist eine Zeit der Versöhnung mit Gott. „Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht eure Kleider und kehrt um zum Herrn, eurem Gott!“ (Joel 2, 12- 13)

Fasten (in koptisch = ernestewien) bedeutet "von innen zubinden". Fasten des Leibes ist Enthalten vom Essen. Fasten des Geistes ist das Hungern des Menschen nach Gerechtigkeit. Fasten ist nicht nur bloße Enthaltsamkeit vom Essen, sondern es ist Ausdruck für einen geistigen Wandel. Wir erinnern uns in dieser Zeit daran, dass Christus der Herr vierzig Tage und vierzig Nächte für uns fastete - ohne Essen und Trinken. Er brauchte das Fasten nicht, aber er fastete für uns, anstelle der Menschheit, die das Fastensgebot im Paradies gebrochen hatte. Lasst uns jetzt fasten, für uns fasten mit Reinheit und Gerechtigkeit, d. h. unser Fasten soll mit Umkehr, Reue, Gebet, Demut und Abgeschiedenheit verbunden sein.

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Fasten muss mit Umkehr und Reue verbunden sein:

Fasten muss mit Umkehr und Reue verbunden sein. Es darf nicht sein, dass man fastet und in Sünde lebt. Wie das Volk von Ninive soll man handeln. „Jeder soll umkehren und sich von seinen bösen Taten abwenden und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt.“ (Jon 3,8) Gott nimmt kein Fasten an, das von Sünden begleitet ist. Gott sah die Änderung der Herzen des Volkes von Ninive und seine tiefe Reue und führte deshalb seine Drohung aus.

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Fasten muss mit Gebet verbunden sein:

Fasten muss mit Gebet verbunden sein. Im Gebet zum Brotbrechen der großen Fastenzeit sehen wir, dass alle Gnaden des Herrn, die über die Menschen kamen, mit Fasten verbunden waren. In diesem Gebet zum Brotbrechen heißt es:

·    Fasten und Gebet erhoben Elias zum Himmel, es rettete Daniel aus der Löwengrube.
·    Durch Fasten und Gebet wirkte Moses bis er die Gesetze und Gebote empfing, die von Gottes Hand geschrieben waren.
·    Durch Fasten und Gebet wirkten die Leute von Ninive, und deshalb war Gott ihnen gnädig, vergab ihnen ihre Sünde und wandte seinen Zorn von ihnen ab.
·    Durch Fasten und Gebet wirkten die Propheten und sprachen über Christi Kommen viele Generationen vorher.
·    Durch Fasten und Gebet wirkten die Apostel und verkündeten das Evangelium allen Völkern, bekehrten sie zu Christus und tauften sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
·    Durch Fasten und Gebet wirkten die Märtyrer, bis sie ihr Blut für den Namen Christi vergossen, der vor Pontius Pilatus das glückliche Bekenntnis abgelegt hatte.

Das Gebet soll aus der Tiefe deines Herzens kommen. Bitte den Herrn und kämpfe mit ihm so ausdauernd wie Jakob, als er mit dem Engel rang. Dem Engel blieb nichts anderes übrig, als Jakob zu segnen.

Die Heiligen verglichen das Fasten mit einer Festung und das Gebet mit den Waffen, mit denen man aus dem Inneren der Festung kämpfen kann. Der heilige Augustinus erklärte die beiden Altäre des alten Heiligtums als Symbole von Fasten und Gebet im Menschen als dem Tempel des Heiligen Geistes. Der erste Altar, den alle Menschen sehen konnten, war der Opferaltar; er ist Symbol für Fasten und Askese.

Der zweite Altar, verborgen im Innersten des Heiligtums, war der Weihrauchaltar; er ist Symbol des Gebets: „Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf, als Abendopfer gelte vor dir, wenn ich meine Hände erhebe.“ (Ps 141, 2).

Selbst die Heiligen, die abgeschieden von der Welt in Wüsten und Einöden lebten, übten sich andauernd in Fasten und Gebet, damit sie vor der Versuchung der Satane bewahrt wurden. Über die Bedeutung  von Fasten und Gebet zur Vertreibung der Satane sagt der Herr: „Diese Art kann nur durch Fasten und Gebet ausgetrieben werden.“ (Mk 9, 29)

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Fasten soll mit Almosengeben verbunden sein:

Fasten soll mit Almosengeben verbunden sein; denn in ihm nehmen wir teil an der Barmherzigkeit Gottes und vollenden das Werk der Liebe. Christus nennt das Almosengeben in der Bergpredigt mit demselben Rang wie Fasten und Beten.

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Fastenzeit ist Zeit der Demut und Unterwerfung vor Gott:

Fasten mit Hochmut ist kein Fasten. Es muss begleitet sein von Demut vor Gott. Wir sehen das Volk von Ninive fastend in Sack und Asche gehen. Der böse König Achab zerriss seine Kleider und legte ein Bußgewand über seinen nackten Leib, fastete, schlief im Bußgewand, als ihm Elias verkündete, welche Strafen als Lohn seiner Übertretungen über sein Haus kommen würden. Da sagte der Herr zu Elias: „Hast du gesehen, wie Achab sich vor mir gedemütigt hat? Weil er sich vor mir gedemütigt hat, will ich das Unglück nicht schon in seinen Tagen kommen lassen.“ (1. Kön 21, 29)

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In Ruhe und Abgeschiedenheit Gottes Gegenwart erfahren:

„Ein Tag ist für euch ein vollständiger Ruhetag, und ihr sollt euch Enthaltung (Fasten) auferlegen. Das gelte als feste Regel.“ (Lev 16,31) Als Christus fastete, ging er allein auf den Berg, um in der Gegenwart des Vaters zu sein. An diesem abgelegenen Ort kam der Versucher zu ihm. Wir wissen, dass die Satane jedes geistiges Werk bekämpfen. Aber wir wissen auch, Gott ist mit uns, wer kann uns da etwas anhaben.

Auf dem Berg der Versuchung sehen wir auch, dass Engel kamen und Christus dienten. Abgeschiedenheit gibt Ruhe für Geist und Gedanken, weil man fern von Gesprächen und Anforderungen allein mit seinen eigenen Gedanken ist und sich mit Geistigem beschäftigen kann. In den Grenzen des Möglichen mit großen Ernst soll man bestrebt sein, in Abgeschiedenheit zu gehen, allein mit Gott zu sein und die Zeit zu nützen, um sich selbst zu suchen und zu erforschen, damit man eine vollkommene Beichte ablegen und wahre Umkehr vollziehen kann. „Die Ausdauer aber soll zu einem vollendeten Werk führen; denn so werdet ihr vollendet und untadelig sein, es wird euch nichts mehr fehlen.“ (Jak 1, 4)

Im Fasten übt man auch, in der Vervollkommnung der Tugenden weiterzukommen. Auch unser Frieden und die innerliche Freude wachsen; damit werden Glaube und Hoffnung sicherer. Die Stille der Abgeschiedenheit und das Zufriedengeben mit der Fastensspeise lehrt Essen ohne Murren und Dankbarkeit für das tägliche Brot. Die Pharisäer haben gefastet, auch die Heuchler fasteten. Aber ihr Fasten wurde von Gott nicht angenommen: „Sie geben sich ein trübseliges Aussehen, damit die Leute merken, dass sie fasten. Amen, das sage ich euch: Sie haben ihren Lohn bereits erhalten.“ (Mt 6, 16) Unser Fasten geschehe im Verborgenen.
”Dein Vater, der im Verborgenen sieht, wird dir vergelten.” (Mt 6, 18).

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So beschreibt der Prophet Jesaia das Gott genehme Fasten:

„Nein, das ist ein Fasten, wie ich es liebe, ein Tag, an dem man sich der Buße unterzieht: wenn man den Kopf hängen lässt, so wie ein Binse sich neigt, wenn man sich mit Sack und Asche bedeckt? Nennst du das ein Fasten, wie ich es liebe, die Fesseln des Unrechts zu lösen, die Stricke des Jochs zu entfernen, die Versklavten freizulassen, jedes Joch zu zerbrechen, an die Hungrigen dein Brot auszuteilen, die obdachlosen Armen ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deinen Verwandten nicht zu entziehen. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Wunden werden schnell vernarben.“ (Jes 56, 6- 8) Als der Herr auf dem Berg Tabor verklärt wurde, erschienen neben ihm Moses und Elias, zwei Propheten, die auch 40 Tage gefastet hatten.

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