Die Wahrheit ist, dass das Unglück von Nag Hammadi nichts weiter als eine Kette von dauernden Katastrophen und des Langsamseins der Regierung und ihren Organen – und auch ihrer Fähigkeit über Vorhersage von Vorfällen – ist. Von der Vorhersage her funktioniert keine unserer Methoden und von der Behandlung solcher Situationen her, wurden wir alle zur Ärzten, die in Fällen von notwendiger Operation nur beruhigen. Doch es scheint so, als hätte der Staat keine „Chirurgen“ mehr. Doch Nag Hammadi unterscheidet sich nicht viel von den Vorfällen in Farschut, Abu Fana-Kloster (2008), Esna (2007), El Aiat (2007), oder Alexandrien (2005) oder dem Vorfall von Wafaa Kostantin und vor ihr noch El Koscheh Teil 1 und El Koscheh Teil 2 oder die vernichtenden Vorfälle in En Schams (1985) oder in El Zawia El Hamra (1981) oder El Chanka (1972)…Wollt ihr, dass ich noch mehr erwähne?? Ich glaube, dass mir einige Vorfälle dazwischen entfallen sind. Aber ich blieb bei El Chanka stehen und sah zurück in der Geschichte, wo wir doch alle keine Erinnerungen mehr daran haben. Ich ging zurück zum berühmten Bericht von El Etefi, dieser Bericht der von einem Komitee ausgearbeitet wurde, das vom Präsidenten (damals El Sadat) herbeigerufen wurde. Geführt wurde dieses Komitee von Dr. Gamal El Etefi und den Nationalratsabgeordneten: Mohamed Fouad Abu Hemela, Albert Barsoum Salama, Kamal El Schazly, Dr. Roushdy Saaid, Abd El Monsef Hassan Zen und dem Ing. Moheb Astino. Und abgesehen vom Bericht, der in einer sehr gehobenen Sprache geschrieben wurde – ich hoffe, dass die derzeitigen Abgeordneten ihn lesen, damit sie sehen, wie Berichte in den 70er Jahren geschrieben wurden – kam man zu Ergebnissen, die mit unseren derzeitigen Verhältnissen zu vergleichen sind. Das bedeutet, dass sich von 1972 bis 2010 NICHTS geändert hat. So kamen als grundlegende Gründe heraus: 1. Die Erlaubnis und die Erleichterung von Erbauung der Kirchen 2. Die Notwendigkeit von Religionsunterricht für die koptischen Schüler Der Bericht wandte sich auch gegen das Staatseinheitsgesetz (Einheit von Muslime und Christen) und zeigte, dass dieses Gesetz unter den Bürgern, in der Regierung und in der Politik seinen Platz finden MUSS. Wenn wir nur den Namen tauschen „Chanka“ gegen „Nag Hammadi“, dann werden wir sehen, dass sich NICHTS geändert hat. Ich weiß nicht, ob sie das Einheitsgesetz gegen das Gesetz des Patriotismus ersetzten, doch was ich weiß ist, dass jeder in der Regierung und in den Parteien die Verantwortung für das vergossene Blut in Nag Hammadi trägt. Und was vorher und nachher an Vernachlässigung und Niedermachung und Verspottung der ganzen Situation zu sehen ist, kann man nicht dulden, denn es ist kein Fussballspiel, wo wir die Niederlage einfach akzeptieren. Die Parteien, die nach Patriotismus rufen, nominieren keinen einzigen Kopten, und es lässt sich nicht wieder gutmachen durch das Mitleid-Aussprechen in den Kirchen. Es gibt in diesem „einheitlichen“ Staat nur 2 koptische Minister und ein koptischer Goveurneur, der sich nicht zwischen der kirchlichen Macht und den Bürgern, die nach Einheit rufen, jedoch keine Kopten wählen, ganz abzusehen von solchen Positionen wie Ärzte oder Uni-Rektoren. Der Fall in Nag Hammadi unterscheidet sich nicht von vielen anderen Fällen in Ägypten, wie das katastrophale Bildungssystem und dem komplizierten Verkehrssystem bishin zu den ägyptischen Ghettos, alle gemeinsam häufen sich bis ein Tag kommt, wo alles explodiert, nur weil wir uns diesen Problemen nicht stellen wollen. Und sagt bitte keiner etwas von Patriotismus, denn dann muss ich lachen: „Was besseres als den Patriotismus gibt es nicht, oja oja“. Übersetzung: Maikel Azer | |
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