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Mittwoch, 07. April 2010 um 09:36 Uhr

Das Marchfeld hat für die österreichische Geschichte kulturhistorisch und militärisch einen besonderen Stellenwert.


Im Verlaufe der Türkenbelagerungen von Wien, im Jahre 1529 und 1683, die Männer von den heranrückenden Türken ermordet, und die Frauen zu einem großen Teil verschleppt wurden.

 

Eine Inschrift auf dem Paradeplatz der französischen Militärakademie von Saint-Cyr in Coetquidan bei Beignon in der Bretagne, die historische Bedeutung vom Marchfeld in das Blickfeld rückt.

“Le Marchfeld, ou la Boheme fut battu par Roudolpho 1 de Habsbourg, est l’un des principaux champs de bataille en Europe”.

 

 

 

 

 

Es ist historisch erwiesen, das Prinz Eugen von Savoyen - Carignan, diese Landschaft im Marchfeld besonders schätzte, und wenn es seine Zeit erlaubte, zwischen Staatsgeschäften und Schlachtenlärm einige Mußestunden verbrachte, in einem seiner Schlösser, in Obersiebenbrunn, Niederweiden oder in Schlosser Hof.

Er diente drei herausragenden habsburgischen Herrscherpersönlichkeiten von 1640 - 1740, Leopold I. Joseph I. und Karl VI. es war die Zeit des Hochbarocks, aber auch jene Zeit in der Prinz Eugen von Savoyen von 1683 - 1736, als Ratgeber und Feldherr fungierte bei den drei Herrscherpersönlichkeiten, und als vierter Entscheidungsträger diesen Zeitabschnitt entscheidend mitgeprägt hat.

Dabei erhebt sich die Frage:

Wer war diese menschliche Größe, die 1683 als Volontär in das kaiserliche Heer eintrat und Österreich als Präsident des Hofkriegsrates zu einer europäischen Großmacht führte und die Politik von Europa entscheidend mitbestimmte?

Welche Beweggründe hatte Prinz Eugen diesen grenzüberschreitenden Schritt zu wagen?

Am 18. Oktober 1663 wird Eugen Franz als Jüngster von acht Kindern Geboren.

 

 

Seine Mutter, Olympia Mancini, Italienerin, Nichte des allmächtigen französischen Kanzlers von König Ludwig XIV. Kardinal Mazarin, Ehefrau des Grafen von Soisson

 

 

 

 

 

hatte ein enges Beziehungsverhältnis zu dem jungen französischen König Ludwig XIV. und die Position als erste Dame am Hof des französischen Königs inne hatte. Durch ein Intrigenspiel war sie gezwungen im Jänner 1680 bei Nacht und Nebel aus Paris nach Brüssel zu fliehen, sie wurde bezichtigt als Giftmischerin ihren Ehemann ermordet zu haben, obwohl er im Jahre 1673 plötzlich starb in einem Heerlager von Marschall Turenne in den Niederlanden.

Prinz Eugen v. Savoyen fühlte sich zurückgesetzt er sollte nach den Willen des Königs die Tonsur nehmen. Bereits in jungen Jahren musste er gezwungenermaßen das Priesterkleid zu tragen, scherzhaft nannte ihm der französischen König “le petit abbe”, und wies sein Ansuchen um Aufnahme in den militärischen Dienst brüsk ab.

Eugens bevorzugte Lerngegenstände waren Mathematik und Geographie; mit großem Eifer erwarb er sich die Kenntnisse der Kriegskunst. Das Leben von Alexander den Großen faszinierte ihm, und Gespräche und strategische Aufzeichnungen über Schlachten und Belagerungen übten einen besonderen Reiz auf ihm aus. Seine von Natur aus schwächlicher Körperkonstitution, durch ein tägliches, intensives Krafttraining zu Optimalisieren suchte, um für die Strapazen einer Schlacht gewappnet zu sein.

Seine Abneigung gegen das französische Königshaus hatte seine Berechtigung, die zweimalige Verbannung seines Vaters vom französischen Hof, und der seiner Mutter zugefügten Unterstellung einer kriminellen Handlungsweise, bestärkten ihm Frankreich für immer zu verlassen.

Eugens älterer Bruder, Ludwig Julius, war aus ähnlichen Gründen bereits in den Dienst des Kaisers getreten, und aufgrund seiner Erfolge in den Konfrontationen mit den Türken, ihm von Kaiser Leopold I. ein eigenes Regiment verliehen wurde.

Eugen schlug denselben Weg ein den sein Bruder ihm vorgezeichnet hatte; als er die Kunde vom Tod seines Bruders, der durch einen Sturz mit dem Pferd während eines Scharmützels mit einer türkischen Vorhut bei Petronell, eine tödliche Verwundung davon trug und den Verletzungen am 13. Juli 1683 erlag, und im Stephansdom beerdigt wurde. Der plötzliche Tod seines Bruders bewirkte, das Prinz Eugen noch am Abend des 26. Juli 1683 Frankreich fluchtartig verließ.

Prinz Eugen der zwischen 10. und 14. August 1683 in Passau eingetroffen war, wohin sich Kaiser Leopold I.vor der Türkengefahr aus Wien zurückgezogen hatte. Die gemeinsame Audienz von Eugen mit dem spanischen Gesandten, Marchese di Borgomanero bei dem Kaiser erfüllte seine Erwartung; durch seine Einstellung als Volontär in die kaiserliche Streitmacht, und der Kaiser bestimmte seine Zuordnung zur Armee von Karl v. Lothringen.

Im Schlusssatz seines Gesuches an den Kaiser schrieb Eugen folgende Worte:

Ich versichere eine unversehrte standhafte Treue und bei allen vorkommenden, auch größte Kriegsgefahren alle meine Kräfte Eurer kayserlichen Majestät und des höchst preißlichen Erzhauses Österreich Wohlfahrt und Wachstum mit unerschrockenen Muth bis auf meinem letzten Blutstropfen anzuwenden und aufzuopfern”.

 

 

 

Der Zufall, das Schicksal, hatte Prinz Eugen von Savoyen, italienisch-französischer Abstammung, zu Kaiser Leopold I. geführt, zu einen Zeitpunkt, wo die österreichische Vormachtstellung dem Untergang nahe war. Kaiser Leopold ahnte nicht welch außergewöhnliches Talent in diesem jungen Manne schlummerte, der in schlichter Weise vor ihm stand und die Dienste seines jungfräulichen Schwertes anbot; und der “le petit abbe” wie ihm der französische König Ludwig nannte, sah sich am Ziel, das Kriegshandwerk ausüben zu können, sein Talent unter Beweis stellen zu können.

Keiner der anwesenden Fürsten die in Passau verweilten ahnte, das dieser junge Prinz die Geschicke Österreichs bestimmen wird im Einklang mit dem habsburgischen Kaiserhaus.

Prinz Eugen von Savoyen bewährte sich bereits 1683 bei der Entsatzschlacht von Wien. Es war der Beginn seiner steilen Karriere --

 

 

 

Historische Quellen: Walther Brauneis, die Schlösser im Marchfeld

Verlag: Niederösterreichisches Pressehaus

Brigitte Vacha Die Habsburger,(HrsG), Verfasst von Walter Pohl und Karl Vocelka

Verlag Styria

Historischer Weltatlas.

Alfred Ritter v. Arneth, Prinz Eugen von Savoyen 1858

Mag. Adolf Baier e.H.


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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 21. April 2010 um 07:58 Uhr