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Montag, 19. April 2010 um 07:39 Uhr

 Das Koptenprojekt der Moritzenbruderschaft

Der Beitrag der Moritzenbruderschaft zum Jubiläum „700 Jahre Pfarrei St. Mauritius Dornach“ ist inspiriert von der Herkunft unseres Kirchen- und Pfarrei-Patrons, dem Heiligen Mauritius.
Nach der Legende hat Mauritius lieber sein Leben hingegeben, als auf Befehl des Kaisers Maximian seine Schwester und Brüder im Glauben umzubringen. Er hat das Wort der Schrift bis zur letzten Konsequenz gelebt: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen (Apg. 5,29). Der Tod des heiligen Mauritius bedeutet für andere Menschen Leben. Sein Beispiel ist zeitlos. Dieser Mann war ein Christ aus Theben in Oberägypten. Die Ureinwohner von Ägypten, die Kopten, gehören mit zu den ersten Völkern, die sich in ihrer Mehrheit schon im 1. Jahrhundert zum Christentum bekannten. Der Evangelist Markus hatte ihnen die Frohe Botschaft gebracht. Heute leben in Ägypten ca. 6 Millionen koptische Christen, zusammen mit über 50 Millionen Muslimen. Viele Kopten leben in kargen Regionen des Landes am Nil, z.T. in Gebieten, in denen die extreme und radikale Sekte der Moslembrüder das Leben schwer macht.
Für diese Mitchristen soll ein klares Zeichen gelebter Solidarität gesetzt werden, das für sie mehr Leben bedeuten kann. Dazu waren alle 54 Mauritiuspfarreien der Schweiz eingeladen, am 23. September 2001 in Dornach mit dem koptischen Bischof Gabriel und koptischen Christen, die in der Schweiz leben, einen festlichen Gottesdienst zu feiern und eine Charta zu unterzeichenn, die die Verpflichtung beinhaltet, in den nächsten 10 Jahren eine kleine Klinik in Beni Mazar mit dringend benötigten medizinischen Apparaten auszurüsten (Kosten ca. Fr. 200’000.--). Der ausführliche Projektbeschrieb ist erhältlich beim Pfarramt St. Mauritius, Bruggweg 104, 4143 Dornach, Tel. 061 701 16 33. Beiträge an das Projekt sind herzlich willkommen und können überwiesen werden auf das Konto: Raiffeisenbank Dornach, Moritzen-Bruderschaft, Kopten-Projekt, Postkonto 40-9606-4


 

 


 

 

 



Die Coptic Hope Society

 

Die Coptic Hope Society mit Sitz in Beni Mazar, Ägypten ist eine Gesellschaft, die es als ihre Aufgabe ansieht, sozial und finanziell Benachteiligten zu helfen. Die Gesellschaft arbeitet hauptsächlich auf der Basis von lokalen Spendeneinnahmen und hat mehr als hundert Mitglieder, die den Verein sowohl mit finanziellen Beiträgen wie auch mit Tatkraft unterstützen. Zum Verein gehört eine kleine Apotheke, eine Behindertenschule, ein ‚Altersheim‘ und eine Geschäftsstelle mit 3 hauptamtlichen Mitarbeitern. Eine ambulante Klinik ist zur Zeit im Bau. Das Grundstück, das Baumaterial und die Arbeitskraft ist ein Beitrag von ägyptischen Vereinsmitgliedern. Außerdem laufen weitere kleinere Projekte, die dem Lebensunterhalt einiger Familien in Beni Mazar dienen.

 

Der Verein engagiert sich in sechs verschiedenen Arbeitsfeldern:

 

1. Startkapital für Projekte

- Finanzieller Zuschuß für arme Familien und Witwen mit Kindern damit sie Projekte im Selbstversorgungsbereich realisieren können.

 

2. Soforthilfemaßnahmen

 

3. Betreuung für Kranke:

zu den Maßnahmen gehören:

- Medizinische Untersuchungen und Behandlung

- Finanzielle Unterstützung für den Arbeitsausfall

 

4. Betreuung von Alten:

zu den Maßnahmen gehören:

- Betreuung im Altersheim für Frauen ohne Familienangehörige

- Gesundheitsversorgung und Essen

- Medizinische Untersuchungen und Behandlung

 

5. Betreuung von geistig Behinderten:

zu den Maßnahmen gehören:

- Betreuung in der Behindertenschule

- Gesundheitliche Versorgung

- Finanzielle Unterstützung für die Familien

 

6. Betreuung von körperlich Behinderten:

zu den Maßnahmen gehören:

- Gesundheitliche Versorgung und Behandlung (sofern möglich)

- Finanzielle Unterstützung für Operationen

- Finanzielle Unterstützung zum Besuch von Bildungsmaßnahmen

(Lesen der Blindenschrift, Gebärdensprache)

- Hilfe bei der Anschaffung von Hilfsmittel wie Rollstühle, Hörgeräte,

Prothesen, Krücken u. ä.

- Gesundheitliche Versorgung

- Finanzielle Unterstützung für die Familien


Bisherige Arbeit der Coptic Hope Society im Bereich
Witwen- und Waisenhilfe
und zukünftiges Vorhaben des Freundeskreises, für die um Unterstützung gebeten wird:

 

 

Im Bereich Hilfe für Witwen und Waisenkinder betreut der Verein zurzeit 119 Fälle.

Diese Unterstützung erfolgt auf unterschiedliche Art und Weisen. Einige der Witwen haben drei bis sieben Kinder ohne Lebensunterhalt. Da von ihnen nicht erwartet werden kann, durch Projektarbeit sich selbst zu ernähren, sieht der Verein als einzige Möglichkeit, ihnen durch direkte monatliche Zuwendungen zu helfen. Von diesen 119 Fällen bekommen 46 Witwen mit Kindern von der Coptic Hope Society regelmäßige Hilfe. Den anderen, bei der Coptic Hope Society registrierten Fällen, kann der Verein aufgrund ihrer begrenzten Mittel bisher nur mit Einzelaufwendungen wie z. B. bei Krankheit oder durch Altkleidern und Schuhen helfen.

 

Für die Zukunft wäre es wünschenswert, folgende Schwerpunkte der bisherigen Arbeit zu erweitern:

 

-          den Witwen mit weniger Kindern, Startkapital für Kleinprojekte zur Verfügung zu stellen. Bisher vom Verein erprobte Modelle sind: Kapital für Straßenstände, Ziegen und Schafe, Schrotmühlen, Nähmaschinen etc.

-          mehr Witwen mit vielen Kindern eine Witwen- bzw. Waisenrente, für die der Staat nicht aufkommt zusichern

-          Beihilfen für Schulbücher und Schulgebühren von Waisenkindern zu leisten

 

Beispielhaft einige konkrete Fälle von denen bereits ‚Anträge‘ bei der Coptic Hope Society vorliegen:

 

Frau Sadek ist Witwe und hat sechs Kinder im Alter zwischen neun und achtzehn Jahren. Sie ist 50 Jahre alt. Zwei ihrer Kinder gehen in die Schule. Die anderen vier nicht. Sie ist Bäuerin und arbeitet, wenn Bedarf besteht als Tagelöhnerin, denn die Familie hat kein eigenes Land. Dann verdient sie zwischen 4-5 Pfund (ca. 1 Euro). (Zum Vergleich: ein Kilo Fleisch kostet 15-17 Pfund). Die Familie lebt in zwei alten Zimmern aus Lehm. Sie haben kein fließendes Wasser, kein Strom und keine Toilette. Der Verein unterstützt sie bisher mit einer monatlichen Rente, die jedoch nicht zum Leben ausreicht. Angedacht ist nun, für sie und ihre Kinder entweder ein Stück Land zu Pachten, damit sie es gemeinsam bestellen können oder eine Kuh zu kaufen. Frau Sadek bittet um einen Zuschuss für eine Trinkwasserleitung für Trinkwasser und eine Toilette.

 

Frau Georgius ist Witwe und hat drei Kinder. Zwei davon gehen in die Schule. Sie bekommt eine Regierungsrente von 79 Pfund (16 Euro) im Monat. Sie lebt in einem Haus aus Lehm mit zwei Zimmern. Sie haben weder fließendes Wasser, Toilette noch Strom. Sie braucht ein Projekt, das sie von zuhause machen kann und fließendes Wasser.


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Zuletzt aktualisiert am Montag, 19. April 2010 um 08:03 Uhr