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Montag, 10. Mai 2010 um 23:24 Uhr

Die Kopten

Kleine Auszüge aus Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11.

Kopten, die christlichen Nachkommen der alten Ägypter, hauptsächlich in den Städten des nördlichen Oberägypten sitzend, vor allem in Siut und Achmîm, die zum größten Teil von Kopten bewohnt werden. Während sie sich hier und in Mittelägypten ziemlich rein erhalten haben, sind sie in Unterägypten vor der mohammedanischen Eroberung nicht unvermischt geblieben. Außerhalb des eigentlichen Ägypten ist die Zahl der in den Städten angesiedelten Kopten sehr gering, während koptische Landbauern ganz fehlen.

In ihrem Körperbau zeigen die K. noch den altägyptischen Typus: breite, meist niedrige Stirn, schwarzes, leicht gekräuseltes Haar, gerade, scharf geschnittene Nase, dazu Augen, die von länglichem Schnitt, aber groß und von strahlendem Schwarz sind. Die Hautfarbe wechselt von Gelblich bis Braun (s. Tafel »Afrikanische Völker I«, Fig. 6 u. 7).

Von den Fellachen unterscheiden sich die Kopten in den Städten durch feinern Knochenbau, das selten 1,6 m übersteigende mittlere Maß ihrer Körpergröße und hellere Gesichtsfarbe, bedingt durch die Beschäftigung mit den höhern Gewerben und feinern Handarbeiten (Uhrmacher, Gold- und Silberarbeiter, Juweliere, Schneider, Goldsticker, Weber, Verfertigter falscher Altertümer) oder durch die Arbeit mit der Feder als Schreiber, Rechenmeister, Notare, Buchhalter etc.

Die koptischen Ackerbauer und Kameltreiber sind dagegen den Fellachen körperlich durchaus gleich. Durch ihre Tracht (schwarzer oder blauer Turban, dunkle Kleider) unterscheiden sich die Kopten, namentlich Schreiber und Geistliche, sogleich von den Arabern. Der Name der Kopten, wird wohl am besten vom griechischen Aigyptos (arab. Ghubt oder Kübt) abgeleitet. Ihre Sprache ist auf das engste mit dem Altägyptischen verwandt, jetzt aber als Volkssprache völlig erloschen (s. Koptische Sprache).

Auch manche Sitten der Kopten, erinnern noch an die alten Ägypter, so die Beschneidung, die sie keineswegs von den verhassten Mohammedanern angenommen haben. Westlich vom Nildelta sind sie in den Klöstern an den Natronseen ansässig. In Mittelägypten, namentlich im  El- Fayum, sind sie zahlreicher. Zwischen Nil und Rotem Meer liegen die uralten Koptenklöster des Heilligen Antonius und  Paulus. Der Charakter der Kopten ist durch die arabische Invasion, sehr unvorteilhaft beeinflusst worden.

Schulen, in denen Auswendiglernen der Bibel, der liturgischen Gebete und Rechnen betrieben wird, bestehen nur für Knaben, die Mädchen erhalten keinerlei Ausbildung. In eigenartiger Weise haben sich die K. in einzelnen Zweigen der Kunstfertigkeit betätigt. Näheres darüber s. Koptische Kunst. Große koptische Bibliotheken mit alten Handschriften kirchlichen Inhalts besitzen die meisten Klöster.

Quelle:

Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 11. Leipzig 1907, S. 473-474

Dieses Buch ist mit Vorsicht zu lesen. Viele Stellen in dem Buch rechtfertigen die Missionierung der Kopten.

Micha Khalil.

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Zuletzt aktualisiert am Montag, 10. Mai 2010 um 23:25 Uhr
 

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