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Mittwoch, 23. Juni 2010 um 23:37 Uhr

Der heilige Behinderte

 

von Helga Diel und El Bardanohi

 

 

Die arme Bäuerin stand vor der Vitrine , wo der Sarg lag. Über der Vitrine hing das Bild eines bärtigen Mannes im schwarzen Gewand des koptischen Priesters. Die Kirche war überfüllt wie jeden Tag in der Woche von Besuchern, die aus überall aus Ägypten in diese Kirche kommen um sich den Segen des heiligen Behinderte zu holen. Es sind Tausende, die an diesen Ort pilgern. Die Bäuerin hat einen jungen Mann bei sich der sich hinter sie steht. Sie berührt das Bild mit ihrer Hand, deutet dann auf den jungen Mann hinter ihr und sagt zum Bild: „Bitte hilf ihm dieses Mal eine Arbeitsstelle zu finden.“ Sie wiederholt es mehrere Male. In der Vitrine liegen Hunderte von Notizzettel, die andere Gläubige hineingeworfen haben mit ihren Wünschen. Viele davon sind bitten um Heilung von Krankheiten, bitte um Beistand bei Prüfungen und Unterstützung bei der Suche nach Arbeit oder einen Lebenspartnern. Die Besucher sind eine Mischung aus Christen und Muslimen, die sie ihnen Scheich nennen. Auch der Geheimdienst ist dabei um zu kontrollieren, was das Volk macht. Tausende von Wunder, so erzählen sich die Leute und ist auch in verschiedenen Büchern festgehalten, hat dieser Heilige vollbracht. Der Spendentopf als Dank für die Heilungen unterstützt viele der Armen in der Region. Der Heilige Behinderte war ein Mönch, so erzählten die Bücher die über ihn geschrieben worden sind, der in einem strengen Klosterorden in der Nordwestlichen Wüste Ägyptens lebte. Sein geistlicher Vater im Kloster sagte ihm, um erfüllt zu sein, muss man alles abgeben. Auch den eigenen Verstand. Der Weg dazu, ist dass man als geistig Behinderte lebt. Dass er in der Welt als geistig Behinderter unter den ‚normalen‘ leben musste. Sein geistiger Vater hatte selbst diesen Weg, sein ganzes Leben lang durchgemacht. Man sagte, dieser Weg ist in der orthodoxen Kirche ein bekannter weg. Es gibt viele Heiligengeschichten dazu. Er verlies sein Kloster und lebte in einem kleinen Dorf. Dort hatte er eine kleine Hütte aus Lehm und Stroh. Es war im Dorf bekannt, dass er auch Priester ist. Er hatte Gottesdienste gefeiert, lebte aber sonst als geistig Behinderter. Man erzählte, dass er nur die Reste der anderen gegessen hat. Er hatte nur ein einziges Gewand. Er lief im Dorf herum und sagte zusammenhanglose Wörter. Er gab den Kindern Geld, um damit sie rumrennen und rufen: „Der Verrückte ist da.“ Der Papst von Alexandria hat gehört, dass er ein heiliger ist. Er holt ihn und bittet ihn zu kommen, um in Kairo leben und dem Papst sein Beichtvater zu sein. Der heilige Behinderte so erzählt man wollte es nicht und sagte dem Papst: „Wie kommt es, dass du meine Hilfe brauchst, wenn Du mit meiner Mutter verheiratet bis. Ich will auch heiraten.“ Der Papst schickte ihn weg und sagte: „Sie sagten mir du seiest Heilig, aber Du bist verrückt.“ Der

heilige Behinderte ging glücklich zurück ins Dorf.

 

 

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