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Koptische Musik

Der historische Wert der Koptischen Hymnen:
Die Koptischen Hymnen sind lobpreisende alte Bräuche, die von der Koptisch-Orthodoxen Kirche über 2000 Jahre erhalten wurden. Sie überlebten die vergangenen Jahrhunderte nur durch die mündliche Überlieferung von Generation zu Generation, weil die Hymnen musikalisch nicht festgehalten wurden.


Die Koptisch-Orthodoxe Kirche wählte für diese Art der Überlieferung die Kantoren, die für gewöhnlich blind und bekannt für ihre außergewöhnliche Fähigkeit, die Vielzahl von Hymnen (mehr als 575) auswendig zu lernen, sind. Die Dauer der Hymnen ist unterschiedlich: Sie können von einer halben Minute bis zu 10, manche vielleicht sogar bis zu 20 Minuten lang sein. Bis ins 20. Jahrhundert war die koptische Musik nicht in Notenschrift niedergelegt, erst 1927 hat man damit begonnen, die Gesänge schriftlich festzuhalten.
Als die Koptischen Hymnen auf wissenschaftlicher Basis studiert wurden, enthüllten sie die musikalischen Regeln in Bezug auf den Takt, den Rhythmus, die Tonleiter, die Zeitsignaturen und auf die richtig ausbalancierte Form des musikalischen Tonsatzes.
Viele betrachten diese mündliche Überlieferung als ein Wunder, wobei die Beharrlichkeit der traditionellen Koptischen Kirche, nicht alles aufzugeben, was von den Aposteln ohne irgendeine Abweichung überreicht wurde, eine große Rolle spielte.
Die koptische Liturgie ist, außer den Lesungen aus der Heiligen Schrift und einigen stillen Gebeten des Priesters, ein gänzlich gesungener Ritus. Ein Charakteristikum der koptischen Liturgie ist der Wechselgesang zwischen Priester, Diakonen und Volk.
Die koptische Musik wird in verschiedenen Melodien gesungen. Neben denen zur allgemeinen Jahreszeit gibt es fünf Melodien zu bestimmten Anlässen: Die Melodien zur Karwoche werden im Trauerton gesungen. Diese Melodien stammen aus den altägyptischen Zeremonien der Königsbegräbnisse. Sie drücken Gefühle tiefer lang anhaltender Trauer aus. Weiter kennen wir den Feierton zu den Herrenfesten, den Ton zur Fastenzeit, den Ton zur Adventszeit und den Ton Sha’anin (vom Hebräischen: Hosianna = erlöse uns) zu Palmsonntag und den Kreuzfesten.
Die Musikinstrumente und die Koptischen Hymnen:
Die Hymnen in der heiligen Liturgie werden nicht von den Musikinstrumenten begleitet, einige fröhliche Hymnen jedoch können von der Zimbel und der Triangel wegen des Rhythmussees begleitet werden.
Diese Hymnen können dennoch außerhalb der heiligen Liturgie von Musikinstrumenten begleitet werden, wie zum Beispiel der Prophet David in seinem Psalm sagte: “Lobt ihn mit dem Schall der Hörner; Lobt ihn mit Harfe und Zither! Lobt ihn mit Pauken und Tanz; Lobt ihn mit Flöten und Saitenspiel!“(Psalm 150:3,4) Und weiters steht in der Bibel: „David und das ganze Haus Israel tanzten und sangen vor dem Herrn mit ganzer Hingabe und spielten auf Zithern, Harfen und Pauken, mit Rasseln und Zimbeln.“ (2 Samuel 6:5)
David der Prophet wollte, dass seine Musikinstrumente aufwachten, um mit ihm zu preisen, deshalb sagte er zu ihnen: „Wacht auf, Harfe und Saitenspiel! Ich will das Morgenrot wecken.“ (Psalm 108:2).
Die Koptischen Hymnen beeinflusst durch die Pharaonischen Hymnen:
Ohne Zweifel haben die Koptischen Hymnen einen Pharaonischen Ursprung, da es so natürlich ist, dass die Pharaonen, die auf die Musik der Götter spezialisiert waren, als sie Christen wurden, ihre Musik nicht loswerden wollten, die in ihrem Sein lebte, mit ihren Lebensaspekten gemischt und auch in ihrem Verstand gespeichert worden war. Und so haben sie, natürlich mit dem Heiligen Geist, der sie erfüllte, begonnen neue Hymnen zu komponieren, die bestimmte pharaonisch-musikalische Formen beinhalteten.
Es ist auch bekannt, dass einige von diesen Hymnen die Namen von antiken ägyptischen Städten tragen, die zugrunde gegangen sind. Zum Beispiel die Hymne „Singary“, die den Namen einer ägyptischen Stadt im Norden des Deltas trägt, die in die Zeit Ramses II fällt. Oder die sogenannte „Edribische“ Hymne „Ke Eperto“, die in der Karwoche mehrere Male wiederholt wird, wurde nach der Stadt „Atrib“ benannt, die nördlich von Benha lag und eine Kathedrale mit 12 Altären hatte.
Die Geschichte erzählt uns auch, dass es Heilige gibt, die koptische Hymnen komponiert haben. Zum Beispiel der heilige Didemos, der Blinde, oder der heilige Athanasios, der Apostelgleiche, von dem gesagt wird, dass er die wunderschöne Hymne „Omonogenis“ komponiert hat, die wir in der sechsten Stunde des Karfreitags singen.
In einem anderen Text erwähnte Philo der Philosoph, dass die frühen Christen einige Hymnen vom antiken Ägypten nahmen und christliche Liturgien dazugegeben haben. Eine von diesen ist die Hymne „Golgotha“, die während Begräbnissen bei den alten Pharaonen gesungen wurde.
1927 lud dann ein junger Mann, namens Ragheb Moftah, den berühmten britischen Musiker Ernst Newlandsmith ein und übertrug in 9 Jahren alle koptischen Hymnen in 16 Ausgaben in der modernen musikalischen Notenschrift.
Als es dann endlich Noten für die wunderschöne koptische Musik gab, fanden sich mit der Zeit Musiker zusammen, die dann langsam schöne Orchestren bildeten. Eines davon ist das bekannteste koptische Orchester, das „David Ensemble“, das in den Aufführungen koptischer Hymnen und komponierten Psalmen spezialisiert ist. Es hatte mehrere Male in ganz Ägypten Konzerte: z.B. hat es an der Weihnachtsfeier im Jahr 2000 im Kairoer Opernhaus teilgenommen, eine Aufführung in der Amerikanischen Universität in Kairo und im Französischen und Italienischen Kulturzentrum gehabt. Es hat auch an internationalen Festtagen teilgenommen und auch viele Schallplatten veröffentlicht, eine davon ist eine CD die vom Arabischen Welt-Institut in Paris hergestellt wurde. Es wurde auch für seine hervorragenden Aufführungen von den größten internationalen und örtlichen Zeitungen und Zeitschriften gelobt.
Nebenbei gesagt, hat seine Eminenz Bischof Gabriel auch vor ein Kirchenorchester aufzustellen und seitdem lernen sehr viele Kinder alle möglichen Musikinstrumente. Das heißt, Musiker hätten wir genug, es fehlt nur noch an der nötigen Erfahrung der Musiker.
Die Koptische Musik ist einer der kostbarsten und ältesten Schätze der Christenheit. Sie ist unsere Kultur, unsere Tradition und unser Stolz. Sie ist über 4000 Jahre alt, und es ist wahrlich ein Wunder von Gott, dass sie die Jahrtausende nur durch die mündliche Überlieferung weitergelebt hat. Und es liegt nun an uns diese Tradition fortzuführen und die Bedeutung und den geistigen Wert der Koptischen Hymnen zu tragen.

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Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 12. Februar 2009 um 22:43 Uhr