Aus der Diözese

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Am 1.6.2018 besuchte eine Gruppe von Studierenden des Schwerpunktstudiums Orthodoxe Religion an der KPH zusammen mit Prof. Nicolae Dura das...
Die Tage der Karwoche sind die heiligsten Tage im Jahr. Es gibt keinen Zweifel, dass der heiligste Tag in...

Vers des Tages

Römer 15:7 "Darum nehmet euch untereinander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu Gottes Lobe."

Tägliche Andacht

Wecke, meine Harfe, deine Saiten Zum Lob der Jungfrau Maria! Erhebe deine Stimme und singe die wundersame Geschichte der Jungfrau, der Tochter Davids, die dem Leben der Welt das Leben gab! (Ephräm der Syrer)...

Eine Predigt von S.H. Papst Shenouda III am 16.2.2012

Unser heutiges Thema ist das Gebet. Was ist das Gebet? Das Gebet ist eine Brücke, die zu Gott führt. Deswegen bedeutet das Wort Gebet (im Arabischen „Sala“) „Verbindung“ (im Arabischen „Sela“), was die beste Beschreibung für das Wort ist. Eine Verbindung zu Gott. In der arabischen Sprache sind die zwei Wörter auch sehr nahe voneinander („Sala“ und „Sela“). Also ist es nicht nur ein Wort, sondern etwas, was eine Bedeutung hat. Das Gebet bedeutet die Verbindung, nämlich die Verbindung, die dich zu Gott führt. Deswegen besteht das Beten nicht nur aus Worten, die du Gott sagst, sondern es muss eine Verbindung zwischen dir und Gott sein. Diese Verbindung soll dich dazu bringen, in der Anwesenheit Gottes zu stehen. Wenn du dich in der Anwesenheit Gottes befindest, wirst du vollkommen zufrieden sein und nichts anderes mehr brauchen. Und wenn du diese Verbindung erreicht hast, die dich dazu führt, in der Anwesenheit Gottes zu sein, wird es dich in dieser Zeit nicht kümmern, ob deine Zunge es mit Worten ausdrückt oder nicht. Also ist es eine Verbindung, die stärker ist als das Ausdrücken von Worten mit der Zunge. Denn die Worte der Zunge sind nicht alles. Das ist der Punkt, der Gott sehr am Herzen liegt und deswegen die Leute tadelte, indem Er sagte: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir.“ (Matthäus 15:8). Das Problem der Menschen ist es, dass sie denken, das Gebet sei nur Worte. Gott will nichts außer dein Herz, obgleich die Zunge Worte sagt oder nicht. Deswegen ist das sehnsüchtige Verlangen des Herzen nach Gott ein Gebet. Die Gefühle des Herzens für Gott ist ein Gebet. Das Herzklopfen wegen Gottes Liebe ist ein Gebet. Viele Menschen beten ohne dabei ein Wort zu sagen, während andere Menschen viele Worte sagen, aber ohne dabei zu beten.

Außerdem ist das Gebet das Werk des Herzen, welches ein gegenseitiges Werk ist. Was bedeutet das? Es bedeutet das Werk Gottes im Herz des Menschen während das Herz auf das Werk Gottes antwortet. Also Gott wirkt in deinem Herzen und sagt dir: „Ich will dich!“. Du antwortest Ihm in deinem Herzen und sagst: „Ich stehe Dir zu Diensten! Nimm mich und führe mich wohin Du willst.“ Es ist also ein gegenseitiges Werk zwischen dem Herzen und Gott. Es könnte jemand sagen, dass das gegenseitige Werk zwischen dem Herzen und Gott ein reines und reueerfülltes Herz benötigt, welches damit umgehen kann. Dann sagen wir ihm: Mach dir keine Sorgen! Wenn du kein reueerfülltes Herz hast, sage Ihm: „Gib mir die Reue, oh Herr, und ich werde bereuen.“ Wenn du kein reines Herz hast, sage Ihm: „Woher soll ich die Reinheit erlangen, wenn nicht von Dir, oh Herr? Gewähre mir, oh Herr, mit Dir zu verbleiben und immer Reue abzulegen.“

Das Gebet ist das Öffnen des Herzens für Gott, damit Er in dein Herz eintreten kann. So kannst du Ihm all deine Gefühle, deine Probleme, dein Fallen in der Sünde erzählen und Sicherheit mit Ihm verspüren, sodass du keine Angst haben musst wegen der Geheimnisse, die du Ihm erzählst. Der Fehler der Menschen liegt vermutlich darin, dass sie viel beten, aber Gott in ihren Gebeten nicht eintritt. Es sind nur aufeinanderfolgende Worte, mit denen Gott nichts zu tun hat. Sie erzählen Ihm ihre Sorgen, aber es gelangt nicht zu Gott. Sie sind in ihrer Welt und Gott ist ganz woanders. Sie sagen einfach nur Worte, aber Gott ist weit weg von all dem. Dann sagt Er: „Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von mir.“ (Matthäus 15:8). Es gibt Leute, die sagen: „Ich habe dieses Thema zehnmal vor Gott gestellt und Gott hat nichts gemacht.“ Aber Gott sagt: „Sie haben mir gar nichts vorgestellt oder mich gefragt, kein einziges mal. Das sind nur Worte.“

Also ist das Gebet, das ohne das Öffnen des Herzens zu Gott erfolgt, nicht als Gebet zu betrachten. Dennoch sagen wir, dass es verschieden Arten von Gebeten gibt. Das Gebet der göttlichen Liebe ist die stärkste Art des Gebets, in der du, während du betest, verspürst, dass es eine Liebe zwischen dir und Gott gibt. Du liebst Ihn und Er liebt dich. Das ist die schönste Art des Gebets. Es gibt noch eine andere Art des Betens, nämlich das Gebet der Danksagung, in welchem du die Gaben des Herrn an dich vor Augen hältst. Du musst wissen, welche Position das Gebet der Danksagung in deinem Leben hat. Wie oft hat Gott dir Gutes getan und Gefallen gemacht - hast du Ihm dafür gedankt oder nicht? Diese zwei Punkte sind die wichtigsten Punkte im Gebet. Dann sagt jemand, dass er jeden Tag das lange Danksagungsgebet betet. Es mag sein, dass du das Danksagungsgebet betest, aber nicht dankst. Wofür danken wir dem Herrn? Weil Er uns beschützt, geholfen, bewahrt, uns bei Ihm angenommen und uns bis zu dieser Stunde geführt hat. Dankst du wirklich Gott dafür, dass Er dich beschützt hat? Wovor hat Er dich beschützt? Oder ist es einfach eine Phrase, die du auswendig gelernt hast und einfach sagst? Dankst du Gott, dass Er dich bis zu dieser Stunde geführt hat? Wie? Oder sind es nur leere Worte? Was ist mit "uns bewahrt und uns bei Ihm angenommen hat"? Sagst du das, während du dich an die Situationen erinnerst, in denen Gott dir geholfen, dich beschützt und dich bis zu dieser Stunde geführt hat?

Die meisten Leute beschäftigen sich mit dem Gebet der Bitten, nämlich die Bitten, die sie an Gott stellen. Einige heilige Väter haben diesen Punkt stark kritisiert und sagten: „Beginne dein Gebet nicht mit Bitten, denn so könnte es sein, dass wenn die Bitten nicht wären, du nicht beten würdest. Es gäbe keine Gefühle zwischen dir und Gott, sondern nur Bitten.“

Es gibt eine weitere Form des Gebets, nämlich das Gebet der Kontemplation, in welchem du vor Gott stehst und ihm dankst, während du über alles, was Gott für dich getan hat, kontemplierst. Sage Ihm: „Ich danke Dir, unser liebevoller Gott, weil du dies und jenes für mich getan hast. Ich danke Dir, mein verzeihender Gott, denn ich habe gegen Dich gesündigt und Du hast mir dies und jenes vergeben. Ich danke Dir, oh Herr, weil ich nicht meine Aufgaben Dir gegenüber erfüllt habe, aber du mich trotzdem nicht verlassen hast und mir in dieser und jener Sache beigestanden hast.“

Unser Problem ist es, dass wir manchmal nur die Gebete beten, die wir auswendig können, ohne dass wir aber in die Tiefe ihrer Bedeutung gehen. Es ist nur ein einfaches Aufsagen von auswendig-gelernten Worten. Du bist weder in die Tiefe der Bedeutung gegangen noch hast du sie spüren können. Es sind nur Worte. Wir sollten mit Verständnis, tiefsinnig und von Herzen beten. Wir beten für uns und für jene, die um Hilfe bitten. Betet ihr wirklich für euch? Betet jemand zu Gott, indem er sagt: „Gib mir, Gott, ein bisschen Geduld, denn ich gehöre zu denjenigen, die schnell zornig werden. So oft habe ich selbst versucht, mich vom Zorn fernzuhalten, aber ich konnte es nicht. Die Leute sagen mir, dass ich mit dem Zornig-werden aufhören soll. Aber dann werde ich zornig darüber, dass sie mir das sagen.“ Wie oft betest du für dich selbst? Vielleicht betest du nicht für dich selbst, weil du in deinen Augen gut bist. Sowie wenn Leute dir sagen, du sollst nicht zornig sein, aber du nur meinst, dass sie das sagen, weil sie dich nicht lieben. So eine Person sagt: „Wenn sie mich lieben würden, wüssten sie, dass ich nie zornig werde. Rette mich, oh Herr, vor den Leuten, die mir sagen, ich soll aufhören, zornig zu werden. Rette mich, vor den Leuten die mir sagen, dass ich falsch liege. Ich habe noch nie einen Fehler gemacht. Sie liegen im Unrecht, weil sie mir sagen, dass ich etwas falsche gemacht habe.“ Es gibt niemanden, der für sich richtig betet, indem er sagt: „Oh Herr, ich habe einen Fehler begangen! Ich habe gesündigt. Ich liege falsch, wenn ich sage, dass diese Leute falsch liegen." Bete für dich, für deine Schwächen, deine Fehler und dein Selbstbewusstsein.

Wie sollst du beten? Der erste Ratschlag lautet: Fang gleich nach dem Erwachen an zu beten. Es ist eine tolle Gelegenheit, da du mit nichts und niemanden beschäftigt bist, weil du erst aufgewacht bist. Es ist eine Zeit, in der niemand mit dir redet und du Zeit hast. Also nimm dir deinen Anteil von Gott. Rede mit Ihm so viel du willst. Verbleibe und verlängere das Gebet durch die Tiefe seiner Bedeutung. Öffne dein Herz und sage Gott alles was du willst - alle deine Sorgen und Probleme kannst du Ihm in dieser Zeit erzählen. Verbleibe mit Ihm im Gebet. Wenn dir etwas fehlt, bitte Ihn um diese Sache. Wenn du um eine Gabe für jemanden anderen bitten möchtest, dann bitte darum. Wenn du für dein Land bitten möchtest, dann bitte für das Wohlergehen des Landes. Gehe in die Tiefe, während du betest. Möge der Herr mit dir sein.

 

Predigten S.E. Bischof Gabriel

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Gelübde

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